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Leer-Australien und zurück in 90 Minuten

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Erstellt am Freitag, 15. Dezember 2017 06:19
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 15. Dezember 2017 06:19
Geschrieben von Thomas von Garrel

Leer-Australien und zurück in 90 Minuten

Ganze 16.200 km Distanz zwischen Brisbane in Australien und Leer überwanden die Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Friesenschule Leer heute nicht in 26 Flugstunden, sondern in 90 Minuten. Die Deutschlehrerin Frau Post machte der Klasse dieses besondere vorweihnachtliche Geschenk: eine Begegnung mit dem Autor der Klassenlektüre „Nenn mich nicht Ismael“, Michael Gerard Bauer.

Über den indischen Ozean hinaus stellte sich der Autor des Buches in Brisbane via Videotelefonie den inhaltlichen und privaten Fragen der 20 interessierten Schülerinnen und Schülern. Dabei ging es zum Beispiel um die Frage woher der Autor seine Inspiration für den Inhalt und für die Namen der Figuren erhält. Die Schülerinnen und Schüler lernten, dass Bauer für seinen Jugendroman durch „Moby Dick“ von Hernan Meville inspiriert wurde und Erfahrungen aus seiner Zeit als Lehrer zu Grunde legte. Sie erfuhren darüber hinaus wie Bauer von der Idee zum Buch kommt und wo seine Ideen entstehen. Daraufhin erhielt die Klasse 7c eine exklusive Führung durch sein Arbeitszimmer. Nach anfänglichen Berührungsängsten wurden alle Beteiligten offener: Bauer spielte sein Lieblingslied spontan auf der Gitarre, gab einen Einblick in sein Familienfotoalbum, die Klasse 7c der Friesenschule sang ein Lied. Und so wurden auch die Fragen offener und persönlicher: es ging um das Lieblingsessen, um Weihnachten und den größten Wunsch des bekannten Autors: Gesundheit für seine Familie.

Für die 13-14-jährigen Schülerinnen und Schüler war dies die erste Autorenbegegnung und das erste Mal, dass sie ihre englischen Sprachkenntnisse in einer realen Situation anwenden konnten. Das setzte Mut voraus und diesen bewiesen die Jugendlichen. Mut, sich füreinander einzusetzen, neue Wege zu gehen, Verständnis und Toleranz, das Wissen darum, dass es jedem einmal schlecht gehen kann, jeder einmal Hilfe benötigt und vor allem die enorme Bedeutung von Freundschaft und Vertrauen, das sind die wichtigsten Botschaften, die Bauer mit seinem Buch den Schülerinnen und Schülern auf sehr humorvolle und gleichzeitig denkwürdige Art und Weise vermitteln will. In seinem Jugendroman „Nenn mich nicht Ismael“ geht es um die Auswirkungen von Mobbing und darum, welche Macht Sprache haben und welche Stärke sie vermitteln kann – für den einzelnen und für Klassengruppen.

In der Klasse 7c erfüllt sich seine Hoffnung neben der Hoffnung der Lehrer, die Lesemotivation zu steigern. Während der Tag sich in Brisbane langsam dem Ende neigte, schrieben die Schüler fleißig ihre Briefe an Bauer, die sich nun auf den Weg nach Brisbane machen.

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