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Besuch der Gedenkstätte KZ Esterwegen 2016

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Mit einigen Anlaufschwierigkeiten machten sich am vergangenen Freitag die drei 9. Klassen der Friesenschule mit den Lehrkräften Frau Ewen, Frau Okken und Herrn Vollmer auf eine Bildungsreise in das ehemalige Konzentrationslager Esterwegen im Emsland. Angekommen in Esterwegen fand man sich in der Einrichtung schnell zurecht. Die beiden Museumspädagogen Fietje Ausländer und Kurt Buck berichteten den 74 Schülerinnen und Schülern, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden, über die Entstehung, das Leben im Lager und über traurige Einzelschicksale. An dem Lied „Wir sind die Moorsoldaten“ und dem Bericht über das Schicksal eines Dänen, der in seiner Jugend im dänischen Widerstand ohne Waffengewalt gekämpft hatte, verdeutlichten die Museumspädagogen das Leben im KZ Esterwegen. Besonders stellten sie heraus, dass es zwei Arten von Konzentrationslagern gab. Zum Einen existierten die Vernichtungslager, die es nur außerhalb der Grenzen des damaligen Deutschen Reiches vor allem im Osten von Europa gab und gezielt zur Vernichtung von Menschen angeblich niederer Herkunft errichtet wurden, zum Anderen gab es die Arbeitslager, in welchen politische Gegner, Kriegsgefangene und Kriminelle zum Zweck der Arbeit untergebracht wurden. Esterwegen gehörte der zweiten Art an. Dennoch unterstrichen die beiden Pädagogen immer wieder deutlich, dass die Lebensumstände sich nicht großartig von denen in einem Vernichtungslager unterschieden und dass es daher häufig zu Verwechselungen käme. In beiden Lagerarten gab es keine besonders große Überlebensmöglichkeit für die Inhaftierten. Die mangelhafte Versorgung mit Lebensmitteln, ungenügende Winterausrüstung, fehlende Kleidung und mangelnde Möglichkeit der eigenen Hygiene waren die häufigste Todesursache.

Nach einer kleinen Pause, in der sich die Schüler und Schülerinnen in der Cafeteria über ihre Erfahrungen austauschten, ging es an die frische Luft oder in die Ausstellung, in der sich die Schülerinnen und Schüler selbst auf eine Forschungsreise in die Vergangenheit einzelner Menschen begaben. Sie untersuchten die Lebensläufe von Inhaftierten und erforschten deren Einzelschicksale. Anschließend wurde getauscht, sodass jede Gruppe einen kurzen Rundgang durch das Konzentrationslager machte. Mit einigen Erläuterungen wurde den Schülerinnen und Schülern das Leben der Insassen verdeutlicht.

Die Rückfahrt konnte wie geplant starten, sodass alle Schülerinnen und Schüler pünktlich ins Wochenende gehen konnten. Sie haben viel zu berichten. Den Reisebus für diese Exkursion stellte die Firma Wissmann. Finanziert wurde der Transfer großzügig von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische-Zusammenarbeit in Ostfriesland e.V. Dafür bedanken wir uns an dieser Stelle recht herzlich!

geschrieben von Christian Vollmer

   
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