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„We will remember…“

 

Friesenschüler fahren zum Remembrance Day ihrer Partnerschule nach Reepham in Norfolk / England

 

 

Jedes Jahr im Mai trifft sich seit nunmehr zwölf Jahren eine Gruppe Schüler der Friesenschule aus Leer mit Schülern der Reepham Highschool auf den Schlachtfeldern des Ersten Welt­kriegs in Ypern / Belgien (der Sonntagsreport berichtete). Dort erfahren sie hautnah am Ort des Geschehens die Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges.

Zu diesem Ypern-Projekt beider Schulen gehört traditionell auch die Einladung einer kleinen Delegation deutscher Schüler zur Feier des Remembrance Days der Partnerschule in Reepham.

 

In Großbritannien ist der Remembrance Day seit 1919 nationaler Feiertag. Fast alle Briten tragen symbolisch bereits Tage vorher eine „poppie“ (Mohnblume) am Revers. Am 11. November werden dann im ganzen Land Gedenkveranstaltungen zu Ehren der Toten - insbesondere der des Ersten Weltkriegs - organisiert. Diese Veranstaltungen enden zum Zeitpunkt der Waffenruhe 1918 um 11:00 Uhr mit einer gemeinsamen Schweigeminute.

Unter der Leitung von Inayet Erdin und Martin Seibt machten sich auch in diesem Jahr sechs Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen der Friesenschule auf den langen Weg nach England. Dorina Ahmeti, Maria Wübbelsmann, Lena Hackbarth, Wiebke Höricht sowie Eugen Werner und Patrick Baarts waren für die Zeit vom 08. bis 13. November in englischen Gastfamilien untergebracht und erlebten somit neben der Feier hautnah auch das Leben in England. Zusammen mit ihren englischen Partnerschülern verbrachten sie viel gemeinsame Zeit, erlebten Unterricht und nahmen nicht zuletzt an der feierlichen Stunde des Remembrance Service teil.

Die deutschen Teilnehmer trugen in diesem Jahr auf der Veranstaltung eigene Gedichte vor und gedachten gemeinsam der zahlreichen Toten. Ihre Gedichte standen unter dem Zeichen des heute friedlichen Zusammenlebens verschiedener Nationen: Ausgewählt für die Fahrt waren dazu extra Schüler mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, die ihre Gedichte in ihrer jeweiligen Muttersprache auf Französisch, Albanisch, Russisch, Plattdeutsch, Deutsch und schweizerdeutschem Dialekt präsentierten und die Gastgeber damit beein­druckten.

Im Anschluss an die Feierlichkeit nutzten sie die Gelegenheit, um Kontakte zu einigen Kriegs­­veteranen des Zweiten Weltkriegs zu knüpfen, die die Feierstunde ebenfalls besuchten.

Gerade für diese ehemaligen Kriegsteilnehmer ist das heute freundschaftliche Miteinander sichtlich bewegend und auch versöhnend.

 

Die Fahrt nach Reepham endete mit einem friedlichen Wettkampf: Gemeinsam spielten deutsche und englisch Teilnehmer am letzen Abend Bowling. Hierbei gab es - anders als im Ersten Weltkrieg – keine Verlierer, sondern nur Gewinner!

Vielleicht finden weitere private Besuche zwischen den Teilnehmern statt. Adressen wurden bereits eifrig ausgetauscht und gegenseitige Einladungen ausgesprochen.

Die Fahrt wird allen Beteiligten sicher ein Leben lang in Erinnerung bleiben. „We will remember“ steht also heute nicht nur für das Erinnern an die zahlreichen Opfer des Ersten Weltkriegs, sondern zusätzlich auch für die neuen Freundschaften zwischen deutschen und englischen Schülern.

Ein Dank geht an dieser Stelle noch einmal an die Joachim Herz-Stiftung nach Hamburg, die durch ihre großzügige finanzielle Unterstützung das Ypern-Projekt für zwei Jahr unterstützte.

 

Text: Martin Seibt

   
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