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Vom Nichtschwimmer zum Silber-Abzeichen

Eine Kooperation der Friesenschule mit der Lebenshilfe Leer e.V.

 

Wasser spritzt. Das Becken scheint zu kochen. Schüler ziehen ihre Bahnen. Die Schlange am Sprungturm reißt nicht ab. Eine ganz normale Sportstunde der Europaschule Friesenschule im Hallenbad Leer: Wie jeden Donnerstag führen Willy Kubin und seine Kollegin Britta Borggreve die Klasse 6b zum Schwimmunterricht in das nahe gelegene städtische Hallenbad. Das Schwimmen ist fester Bestandteil des Sportunterrichts. Doch nicht nur die Schüler der Europaschule Friesenschule nutzen das Angebot.

 

Auch sie sind dabei. Sie fallen nicht auf in dem Treiben, die Schüler der Klasse MS 1 der staatlich anerkannten Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe Leer e.V. mit ihren Lehrkräften  Friederike Dellbrügge und Christian Meyer. Im nun mehr dritten Jahr besteht die Kooperation zwischen der Realschule und der Lebenshilfe Leer e.V. Die neun Jungen der MS 1 teilen sich mit den Friesenschülern Fachräume, Pausenhalle und Unterrichtszeiten und werden in einem eigenen Klassenzimmer gemäß des niedersächsischen Kerncurriculum zur Förderung der geistigen Entwicklung unterrichtet.

 

Im gemeinsamen Schwimmunterricht zeigt sich der Erfolg der pädagogischen Zusammenarbeit besonders gut. Innerhalb kurzer Zeit erreichten mehrere Schüler das Seepferdchen, das bronzene und das silberne Schwimmabzeichen.

“Die Schüler bewegen sich sicher und selbstständig im öffentlichen Raum, kennen die Baderegeln und bekommen die Möglichkeit sich mit Gleichaltrigen im fairen Wettkampf zu messen. Im Gegenzug lernen die Friesenschüler Rücksichtnahme und nehmen die Schüler der MS 1 wie selbstverständlich in ihre Gruppe auf”, berichtet Dellbrügge.


Dabei wird den Leitzielen des niedersächsischen Kerncurriculum mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung besonders Rechnung getragen: Das Unterrichtsangebot soll den Schülern auch die Kompetenzen vermitteln ihre Persönlichkeit zu entfalten und am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzuhaben. Der Schwimmunterricht bietet dafür eine gute Grundlage, die auch dem Normalisierungsprinzip entspricht.
Dellbrügge hofft, dass das Schwimmen über den Schulsport hinaus zu sportlicher Betätigung führt. “Die Schüler sind sehr selbständig und bringen eine große Motivation für den Unterricht mit.”  
Für die Zukunft, so sind sich alle Beteiligten einig, sollen weitere Projekte zwischen der Friesenschule und der Klasse der Lebenshilfe folgen. (Text und Bild: Meyer / Dellbrügge)

   
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